Verfasst von Mag.(FH) Alexander Fegerl. Drucken

Warum Kalzium und Magnesium so wichtig sind

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Wie ich schon in vielen Artikeln ausgeführt habe wird bei der Gesundheit im Allgemeinen immer wieder die enorme Bedeutung der Mineralien oder Mineralstoffe vergessen oder zumindest viel zu wenig beachtet. Ohne Mineralien funktioniert in unserem Körper rein gar nichts, keine Stoffwechselprozesse, keine Muskelbewegung, keine Säure-Regulation, und keine Körper-Struktur könnte ohne Mineralien gebaut oder erhalten werden. Würden wir Menschen nicht von unseren Eltern ab dem Beginn der Entwicklung im Mutterleib schon ein Depot an Mineralien im Körper anhäufen und aufbauen, könnten wir nach der Geburt gar nicht überleben, sobald ein drastischer Mineralienmangel auftreten sollte.

Durch unsere Depots kann der Körper eine Weile die Mängel an Mineralien (in unserer Nahrung) ausgleichen. Wie viele Mineralien der Mensch braucht, darüber gehen die Meinungen auseinander. Nach meinem Erkenntnis-Stand benötigen wir zum Überleben etwa 60-65 Mineralien, die wir täglich zuführen müssen. Du solltest Dir im Klaren sein dass wir diese nicht selbst produzieren können, kein einziges davon. Es gibt sogenannte Makro-Mineralien (die wir in relativ großen Mengen benötigen), Spurenelemente (die wir in eher geringeren Mengen zuführen müssen) und sogenannte Ultra-Spurenelemente, welche wir nur in sehr winzigen Mengen brauchen.

Die Mineralstoffe Kalzium und Magnesium zählen zu den „Makro-Mineralien“, werden also in relativ großen Mengen gebraucht:

Kalzium-Tagesbedarf: mind. 1000mg (1000 Milligramm = 1 Gramm)
Magnesium-Tagesbedarf: mind. 500mg (500 Milligramm = ein halbes Gramm)

Das Kalzium (Abkürzung: Ca)

Die meisten Menschen denken beim Kalzium sofort daran dass es für den Knochenaufbau wichtig ist. Das stimmt im Grunde auch, wird aber der gesamten Bedeutung von Kalzium nicht annähernd gerecht. In Wahrheit ist Kalzium nicht nur ein extrem wichtiges Mineral, sondern auch ein problematisches. Warum? Ich werde versuchen dies zu erläutern. Die Funktionen von Kalzium sind vielfältig, und können hier nur im Ansatz erklärt werden. Hier ein Überblick:

  • Ca ist ein basisch wirkendes Mineral und kann daher überschüssige Säuren direkt bei der Nahrungsaufnahme neutralisieren. Ca-haltige Lebensmittel wirken sehr oft basisch, was unserer Gesundheit äußerst zuträglich ist, da wir in einer stark Säure-überschüssigen Gesellschaft leben. Fehlt dieses Ca allerdings in den Lebensmitteln, geht die basische Wirkung oft verloren, und das betreffende Lebensmittel wirkt plötzlich säurebildend (z.B. bei der Kuhmilch – siehe weiter unten).
  • Ca ist daher sehr häufig ein natürlicher Bestandteil von Protein-haltigen Lebensmitteln, da es die Stoffwechsel-Säuren die bei der Verdauung von Protein entstehen, abpuffert und neutralisiert. Es ist also ein essentielles Mineral zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen Gleichgewichts. Beispiele sind hier die klassische Kuhmilch, aber auch Soja, Nüsse, Samen und bestimmte Gemüsesorten und Hülsenfrüchte zählen dazu. Fehlt das Ca allerdings, geht die Puffer-Wirkung verloren, und die zugeführten Proteine können in der Folge zu einer Übersäuerung des Körpers beitragen.
  • Ca ist ein grundlegender, essentieller Baustein und Regenerations-Stoff nahezu aller festen Körperstrukturen, also Knochen, Zähne, aber auch Fasern, Schleimhäute, Bindegewebe und andere Schutzschichten. Fehlt dort auf Dauer das Ca, kommt es zu übermäßigen Abbau von Ca aus den Depots, und unsere Strukturen verfallen (faule Zähne, Osteoporose, Schlacken im Bindegewebe, Haarausfall, und viele andere. Bei einem Mangel an Ca in den Schleimhäuten besteht die Gefahr von Allergien (siehe auch weiter unten).
  • Ca ist als biochemischer Stoffwechsel-Beteiligter ein direkter Gegenspieler (im Fachjargon „Antagonist“) von Histamin, welches heutzutage viele Menschen quält. Wenn Du also keinen Rotwein verträgst, oder bestimmte Fleischsorten, oder bestimmte Käse-Sorten (vor allem jene die länger gereift oder stärker industriell verarbeitet wurden), dann leidest Du vermutlich unter einer Histamin-Unverträglichkeit, die man relativ einfach auch durch einen Bluttest diagnostizieren kann. Was Dir aber Dein Arzt oder das Labor meistens (aus Unwissenheit) verschweigen: Nicht das ‚böse‘ Histamin ist daran schuld, sondern ein Kalzium-Mangel!
  • Weiters spielt Ca eine wichtige Rolle bei der Regulation im Reiz-Leitungssystem unserer Muskulatur, speziell auch in der Muskulatur unseres Herzens, zusammen mit den Mineralien Kalium und Natrium.

Warum ist Kalzium aber auch problematisch?

Hier die kurze Antwort: Weil Kalzium(quelle) NICHT gleich Kalzium(quelle) ist. Und zwar aus folgenden Gründen:

Mythos 1: Kalk im Wasser?

Ca kann mit „Kalk“ gleichgesetzt werden. Praktisch jeder weiß, dass Kalk im Wasser die „Wasserhärte“ erhöht. Das Wasser bekommt durch Ca auch einen höheren pH-Wert, es wird also rein chemisch gesehen stärker basisch. Aber ist es auch wirklich gut, mehr Kalk, sprich Kalzium, mit dem Trinkwasser zuzuführen? Die Antwort lautet: Nein!
Wasser ist KEINE Nährstoff-Quelle, sondern vor allem ein Transport- und Reinigungsmittel für den Körper. Klares Wasser mit einem geringen bis mäßigen Mineraliengehalt ist also besser. Kalk im Wasser ist kein gutes Kalzium, weil es ANORGANISCH ist. Das bedeutet, es ist nicht ORGANISCH in einer Pflanze gebunden, wodurch es für uns leicht zu verstoffwechseln wäre. Anorganischer Kalk kann unsere Blutgefäße verstopfen und in der Folge zu der gefürchteten „Verkalkung“ führen.
Wenn Du also denkst, mit Mineralwasser „gutes“ Kalzium zuzuführen, liegst Du leider falsch.

Mythos 2: Kalzium und Kuhmilch

Mit dem Irrglauben, dass Kuhmilch eine gute Kalzium-Quelle sei, muss dringend und endgültig aufgeräumt werden.
Die allgemeine Problematik der Milch verdient auf jeden Fall einen eigenen Beitrag, hier kann nur ein Überblick gegeben werden:

  • Die heute in Massen produzierte Kuhmilch hat nur noch sehr wenig mit der ursprünglichen frischen Milch vom Bauernhof um die Ecke gemeinsam.
    Ganz abgesehen von all den Antibiotika und sonstigen chemischen Substanzen die man in die Massentierzucht steckt, wird vor allem eines vergessen: Nährstoffe können nur dann in der Milch sein, wenn sie zuerst von der Kuh über natürliches hochwertiges Futter verdaut werden. Auch das Kalzium muss zuerst über nährstoffreiches Weidegras in die Kuh, bevor es jemals in der Milch enthalten sein kann. Logisch, oder?
    Allerdings kannst Du sicher sein, dass sich in der Massentierzucht niemand darüber Gedanken macht, weder über den Zustand der Ackerböden, noch über den Nährwert der Futtermittel, und die meisten Kühe stehen im engen Stall, nicht auf der idyllischen Weide.
  • Das Ca in der Kuhmilch ist an ein bestimmtes Protein gebunden – das sogenannte Casein.
    Dieses ist für den Menschen ein äußerst schwer verdauliches Protein welches der Grund für viele Milch-Unverträglichkeiten ist. D.h. für Menschen mit Milch-Unverträglichkeit fällt diese Kalzium-„Quelle“ schon von vornherein aus! Für alle anderen muss zumindest berücksichtigt werden dass die Aufspaltung durch unsere Verdauung schwierig und damit die Netto-Ausbeute an Kalzium entsprechend begrenzt ist.
  • Auf Grund einer EU-Richtlinie muss Milch schon seit vielen Jahren verpflichtend pasteurisiert UND homogenisiert werden.
    Durch diese beiden Prozesse wird die natürliche Struktur der Milch vollends zerstört, was die Verdauung der ohnehin schon problematischen Kuhmilch zusätzlich erschwert, und somit auch die Ausbeute an Kalzium.
    Das Pasteurisieren ist ein Prozess der Erhitzung oder auch der ultrahohen Erhitzung (UHT) und soll laut Gesetz Keime und Bakterien abtöten, leider führt dies auch zur Zerstörung der so wichtigen Proteine und Enzyme in der Milch. Die Homogenisierung ist allerdings fast noch schlimmer: Es erfolgt eine Versprühung der Milch unter Hochdruck (durch feine Düsen), wodurch auch die Fett-Moleküle zerkleinert bzw. zerstört werden. Dadurch passiert es, dass Eiweißmoleküle in die Fettkügelchen eingeschlossen werden (auf Grund des Drucks). Die Folge ist, dass diese Eiweiße die Magensäure unverdaut überstehen und damit in den Darm gelangen, was dort zu einer Immunreaktion und damit zu Entzündungen führen kann, aus denen später oft Milchallergien und Unverträglichkeiten resultieren.

Mein persönliches Fazit: Die Kalzium Netto-Ausbeute aus Kuhmilch ist nahe Null, wenn nicht oft sogar negativ. Besser also auf Milch weitgehend verzichten.

Mythos 3: Kalzium, nur Du allein?

Ca funktionert im Körper im Zusammenspiel nur gemeinsam mit vielen anderen Stoffen, vor allem aber mit seinem „Bruder“ dem ebenso wichtigen Magnesium (siehe weiter unten), sowie mit dem bekannten Vitamin D3.
Ca alleine steht im Körper etwas hilflos da, es benötigt zur vollen Entfaltung seiner Wirkung vor allem Magnesium, und zwar im Verhältnis 2:1 (2 Teile Ca / 1 Teil Mg).
Führt man zusätzliches Ca (z.B. über Nahrungsergänzungen) zu, sollte man also unbedingt auf das Magnesium nicht vergessen, da es sonst zu Ungleichgewichten im Mineralienhaushalt kommen kann bzw. das zugeführte Ca einfach nicht gut verstoffwechselt wird.

Fazit: Die allermeisten Kalziumpräparate auf dem Markt enthalten leider anorganisches Kalzium, wenig oder keine Begleitstoffe, keine Spurenelemente, und sind daher nahezu wertlos.

Das Magnesium (Abkürzung: Mg)

In letzter Zeit kann man in der Gesundheitsbranche einen Trend erkennen, dem Magnesium mehr Aufmerksamkeit zu widmen, und das ist gut so. Viele Jahre wurde dieses Mineral vollkommen vernachlässigt.

Hier eine Aufzählung der wichtigsten Funktionen von Magnesium:

  • Mg ist an über 300 bekannten enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt, vor allem solche für Energiegewinnung, Fettsäurestoffwechsel, Proteinsynthese, und viele andere.
  • Neben dem schon erwähnten Kalzium ist Mg das wichtigste Mineral für unseren Knochenaufbau.
  • Mg ist Teil jeder Art von Muskelfunktion, daher auch wichtig für ein reibungsloses Funktionieren der Herzmuskulatur.
  • Magnesium kann helfen den Blutdruck zu senken.
  • Ausreichende Versorgung mit Mg ist eine wichtige Voraussetzung für leichtgängigen Stuhlgang und daher das einfachste und billigste Mittel gegen Verstopfung.
  • Mg beugt Muskelkater und Muskelkrämpfen vor.
  • Mg erweitert die Blutgefäße und verbessert die Fließeigenschaften des Blutes, daher kann es Durchblutungsstörungen günstig beeinflussen.
  • Bei Stress spielt Mg eine sehr wichtige Rolle, da durch Stresshormone vermehrt Magnesium in den Zellen abgebaut wird. Mg ist ein Anti-Stress Mineral!

Wo kommt Mg normalerweise vor?
In Gemüse, vor allem grünes Blattgemüse, in Samen und Nüssen. Das sind die wichtigsten Quellen.

Ist nun aber der Magnesium Gehalt in unseren Lebensmitteln nicht ausreichend?
Leider nein, und genau das ist das größte Problem mit dem Magnesium. Wir führen unserem Körper zu wenig davon zu. Gerade der Magnesiumgehalt in den Böden und damit in unseren Lebensmitteln hat in den letzten Jahrzehnten dramatische Rückgänge verzeichnet, teilweis um minus 80% (!).

Was also tun?

Die Zufuhr von hochwertigem Kalzium und Magnesium ist leider in unserer modernen Gesellschaft eine echte Herausforderung geworden.

Ich gebe Dir hier zunächst eine Liste der aus meiner Sicht besten natürlichen Quellen für Ca und Mg, jedoch ohne Berücksichtigung von aktuellen Gegebenheiten wie Umweltverschmutzung, Pestizide, und dergleichen:

  • Fisch (Ca)
  • Unbehandelte Nüsse (Ca, Mg)
  • Samen wie z.B. Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, etc. (Ca, Mg)
  • Gemüse, vor allem: Grünes Blattgemüse (Ca, Mg)

Du siehst, Milch und Joghurt kommen in der Liste ganz bewusst NICHT vor, da diese keine guten Kalzium-Quellen sind, und schon gar keine Magnesium-Quellen. Du kannst und solltest versuchen die oben angeführten Lebensmittel öfters in Deine tägliche Ernährung einzubauen, trotzdem wirst Du in der Regel damit Deinen Optimal-Bedarf an Ca und Mg nicht abdecken können. Vergiss nicht, auch diese Lebensmittel unterliegen den dramatischen Verlusten an Mineralien in unseren Ackerböden.

Ich selbst vertraue aus oben genannten Gründen schon sehr viele Jahre auf die zusätzliche Zufuhr von hochwertigem Magnesium in Form von Magnesiumcitrat, welches ich jeden Morgen zum Tee einnehme und zwar 300mg.
Kalzium führe ich je nach Bedarf und Jahreszeit zu, immer in der sogenannten Chelatform und in Kombination mit Magnesium, im Verhältnis 2:1, etwa 500-1000mg Ca, plus entsprechend die Hälfte Magnesium (beides in einer Kapsel).

Was solltest Du außerdem noch beachten?

Kalzium benötigt für eine optimale Verstoffwechselung noch zusätzlich (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Magnesium
  • Vitamin D3
  • Bor
  • Mangan
  • Molybdän
  • Vitamin K
  • Kupfer
  • möglicherweise noch weitere Spurenelemente und Cofaktoren

Magnesium benötigt zur optimalen Verwertung im Körper vor allem Vitamin B6. Ein Magnesium-Präparat mit hochwertigem Magnesiumcitrat und Vitamin B6 in Kombination wäre also empfehlenswert.

Die Beispiele von Kalzium und Magnesium zeigen wieder einmal wie komplex die Zusammenhänge zwischen einzelnen Nährstoffen sind, was auf lange Sicht für den Einsatz eines hochwertigen Multivitamin- und Multimineral-Komplexes spricht. Mehr dazu in einem anderen Artikel.

Über Kommentare und Fragen würde ich mich freuen!
Euer Alexander
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